Ethisch fundierte Patientenberatung

„Schaffe ich es meinen Angehörigen zuhause zu pflegen, oder muss er ins Pflegeheim gehen? Wer kann mir helfen und was kostet das?“
„Möchte ich in meinem Alter noch einmal eine belastende und kräftezehrende Operation oder Therapie durchführen lassen, oder soll ich mich dagegen entscheiden?“
„Möchte ich, wenn meine Erkrankung weiter fortgeschritten ist, eine künstliche Ernährung, ein Beatmungsgerät oder Ähnliches erhalten – und wenn nicht, wie soll es ohne überhaupt gehen? Und was kann ich meinen Angehörigen zumuten“


Patienten mit lebensbedrohlichen Erkrankungen und ihre Angehörigen müssen mit fortschreitendem Krankheitsverlauf mitunter sehr schwierige Entscheidungen treffen. Manche der Betroffenen berichten, dass sie sich dabei oft alleine gelassen gefühlt haben.

Dieses Anliegen versuchen wir mit dem Angebot einer unabhängigen, ethisch fundierten Patientenberatung, die frühzeitig nach Diagnosestellung in Anspruch genommen werden kann, aufzugreifen.

Zunächst möchten wir jedoch auf Ihre Hauptansprechpartner sowie bereits bestehende Beratungsangebote in unserem Landkreis hinweisen:

  • Ihr erster Ansprechpartner ist immer Ihr behandelnder Stations-, Haus- oder Facharzt.
  • Vor der Entlassung organisiert der Sozialdienst des Krankenhauses gerne Ihre weitere Versorgung mit Ihnen.
  • Ist die Erkrankung nicht mehr heilbar, bereits weit fortgeschritten und verursacht belastende Symptome wie Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Atemnot oder Ängste wenden Sie sich bitte an das Palliative Care Team Pallicura.
  • Kostenfragen sollten Sie natürlich direkt mit Ihrer Kranken- und Pflegekasse besprechen.
  • Pflegedienste, Sozialstationen und Pflegeheime beraten Sie gerne zur Versorgung in der Häuslichkeit bzw. im Pflegeheim nach Pflegestufe und eventuellen Zusatzkosten.
  • Bei der Fachstelle für Senioren
    www.landkreis-schwandorf.de/Familie_Soziales/Senioren_Demografischer_Wandel
    und Ihrem zuständigen Seniorenbeauftragten erhalten Sie vielfache Informationen, z.B. wohin Sie sich bezüglich einer Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht wenden müssen.
  • Ambulante Hospizdienste wie der Hospizverein Stadt und Landkreis Schwandorf,
    www.hospizverein-sad.de
    die Hospizinitiative der Caritas-Sozialstationen,
    www.caritas-sad.de
    oder der Hospizdienst der Pfarrei St. Johannes in Nabburg können Ihnen ehrenamtliche Hospizhelfer zur Seite stellen.
  • Nicht zuletzt steht Ihnen Ihr Gemeinde-Pfarrer oder Ansprechpartner Ihrer Glaubensgemeinschaft bei.
  • Und viele mehr…

Sollten Ihnen die vorhandenen Beratungsangebote nicht ausreichen, steht Ihnen unser Ethikberater auf Antrag gerne für ein umfangreiches Gespräch kostenfrei zur Verfügung.

Die unabhängige, ethisch fundierte Patientenberatung wird erbracht von

Pallicura Manfred Hausel
Dr. med. Manfred Hausel
Vorsitzender des klinischen Ethikkomitees der Kliniken Nordoberpfalz AG
Facharzt für Chirurgie, ausgebildeter Ethikberater

Bitte beachten Sie, dass Ihnen der Ethikberater die Entscheidung nicht abnehmen kann. Er wird sich aber Zeit nehmen, Sie individuell bei Ihrer selbstständigen Entscheidungsfindung zu unterstützen, indem er Sie in einem reflektierten Gespräch fachlich berät und dabei Ihre Wünsche und Sorgen sowie Ihr persönliches Umfeld einbezieht.

Der Termin findet nach Vereinbarung bei Ihnen zuhause oder auf Wunsch im Vereinsbüro statt.

Es handelt sich hierbei um eine freiwillige Leistung des Vereins, die für den Leistungsempfänger kostenlos ist und auf welche er keinerlei gesetzlichen Anspruch hat. Zur Finanzierung der Kosten für die Beratungsstunden und Fahrtkosten werden satzungsgemäß die Mittel des Vereins verwendet - sie werden also ausschließlich durch Spenden und Mitgliedsbeiträge finanziert.



Antragstellung

Um dieses Angebot in Anspruch nehmen zu können, stellen Sie bitte anhand des Formulars Antrag auf eine unabhängige, ethisch fundierte Patientenberatung. Voraussetzung ist, dass Sie oder Ihr Angehöriger an einer schweren und nicht heilbaren Erkrankung leiden bzw. leidet, infolge derer Sie oder Ihre bevollmächtigten pflegenden Angehörigen eine konkrete Fragestellung haben und eine Entscheidung treffen müssen.

Über Ihren Antrag entscheidet die Vorstandschaft des Vereins. Bezüglich des Entscheids der Vorstandschaft über die Genehmigung oder Ablehnung des Antrags und zur Terminvereinbarung kommen wir zeitnah telefonisch auf Sie zu.


Antragsformular für die Patientenberatung